15/03/2026 0 Kommentare
Geburtstagssegen
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Geburtstagssegen
„Kommst du heute mit in den Gottesdienst, ich singe mit der ChorALLE“, frage ich meine Tochter am Sonntagmorgen. „Na klar, ich bin doch ein Geburtstagskind“, antwortet sie stolz. Stimmt, heute ist Geburtstagsgottesdienst. Alle zwei Monate werden große und kleine „Geburtstagskinder“ der vergangenen Wochen gesegnet. Also ist der Geburtstagsbrief von der Gustav-Adolf-Gemeinde auf ihrem überbordenden Geburtstagstisch doch nicht untergegangen. Den bekommen in diesem Jahr alle Gemeindemitglieder zu ihrem Ehrentag zugeschickt.
Wir starten mit „Lasset uns mit Jesus ziehen“ von Bach in den Gottesdienst. Nach der Predigt werden alle Jublilare nach vorne gebeten, ich begleite meine Tochter wunschgemäß. Wahrscheinlich hätte sie das auch alleine geschafft, schließlich kennt sie unseren Pfarrer Oliver Neick schon fast ihr ganzes Leben. Schon als krabbelnder Täufling hat sie den großen Kirchensaal erkundet. Gemeinsam mit 12-15 anderen stehen wir vorne und jede und jeder empfängt einzeln Gottes Segen mit Handauflegen und persönlichen Worten von Oliver. Als wir dran sind, sagt er viele schöne Dinge, z.B. dass der Herr sie auch im kommenden Lebensjahr begleiten wird und sie ein wunderbarer Mensch geworden ist. Danach sind wieder der Chor und der Jungendchor an der Reihe. Es wird ein schöner, festlicher Gottesdienst. Im Anschluss gibt es noch selbstgebackenen Kuchen und Kekse in drei verschiedene Formen. An der Notenform erkenne ich sofort, dass sie von meiner Chorkollegin Karin sein müssen. Meine Tochter probiert sie alle und stellt fest, dass alle gleich lecker sind.
Am Abend vorm Schlafen begleite ich wie immer noch die Themen des Tages, die meine Tochter beschäftigen. Ich erkläre, warum es den Weltfrauentag gibt und gemeinsam überlegen wir, was wohl der sicherste Raum unserer Erdgeschosswohnung wäre. Sie hat in den Logo Kindernachrichten einen Bericht über eine Familie im Nahen Osten gesehen, die bei den Angriffen in einen „sicheren innenliegenden Raum“ gehen soll. Uff, worüber sich eine 9-Jährige in diesen Zeiten so Gedanken macht. Kurz vor dem Einschlafen frage ich sie: „Hattest du beim Segen heute auch ein kleines Tränchen im Augenwinkel?“. „Nein“ antwortet sie, „aber schau mal in mein Tagebuch. Gute Nacht!“
Ich hatte ihr zu ihrem Geburtstag vor drei Woche ein 6-Minuten-Tagebuch für Kinder geschenkt, in das sie nun ab und zu abends etwas einträgt. Nachdem ich die Küche aufgeräumt habe und auf der Couch sitze, fällt mein Blick auf das Tagebuch und ich schlage es am Bändchen auf. Unter der Rubrik „Was habe ich heute gelernt?“ hat sie vermerkt: „Ein Segen ist richtig toll!!!“ Mit drei Ausrufezeichen. Ich lächele in mich hinein und freue mich darüber, dass mein Kind gestärkt und mit Gottvertrauen in ihr neues Lebensjahr starten kann.
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